PEM unterstützt Daimler Truck beim Aufbau einer Batteriezellfertigung in Mannheim

PEM unterstützt Daimler Truck beim Aufbau einer Batteriezellfertigung in Mannheim

Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen arbeitet künftig mit der Daimler Truck AG bei der Pilotfertigung von Batteriezellen zusammen. Die RWTHEinrichtung soll den weltweit größten Nutzfahrzeug-Hersteller ab sofort beim Aufbau eines „InnoLab Battery“ am Standort Mannheim unterstützen. „Mit zunehmenden technologischen Möglichkeiten vollzieht sich der Wandel vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb auch im Nutzfahrzeugbereich“, sagt Heiner Heimes, geschäftsführender Oberingenieur am Lehrstuhl PEM: „Umso wichtiger ist es für die Hersteller, den Fokus auch auf die Fertigung der Schlüsselkomponente Batteriezelle zu legen.“

Faust-Formel für die Verkehrswende: Der geschäftsführende PEM-Oberingenieur Dr. Heiner Heimes (r.) und „InnoLab Battery“-Leiter Dr. Michael Salmen besiegeln ihre Kooperation für das Daimler-Truck Innovationslabor in Mannheim. Foto: PEM RWTH Aachen

Im „Daimler Truck InnoLab Battery“ in Mannheim arbeiten Entwicklungs- und Produktionsbereiche engverzahnt zusammen, um innovative Marktlösungen für Lkw und Busse zu generieren. Dort sollen in Zukunft eigene Lithium-Ionen-Batteriezellen entwickelt sowie auf einer Pilotlinie produziert und zu kompletten Batteriesystemen montiert werden. Dazu will Daimler Truck in den kommenden Monaten mehr als 60 neue Anlagen im etwa 10.000 Quadratmeter großen „InnoLab Battery“ aufgebaut werden.
Bis Ende 2024 sollen die Forschungserkenntnisse in die Entwicklung der batterieelektrischen Produktplattform von Daimler Truck einfließen.

„Bei der Auslegung und dem Hochlauf der notwendigen Anlagen sind Geschwindigkeit und Flexibilität von entscheidender Bedeutung“, erklärt Dr. Michael Salmen, Leiter des „InnoLab Battery“ bei Daimler Truck: „Wir wollen in enger Verzahnung zwischen Produktion und Entwicklung Produktmerkmale optimieren, verschiedene Fertigungsverfahren erproben und Produktionsprozesse industrialisieren.
Unser Ziel ist es, als Vorreiter in der Nutzfahrzeugindustrie wettbewerbsdifferenzierende Batteriesysteme anzubieten.“ Der Lehrstuhl PEM und die als Ingenieursdienstleister agierende Ausgründung „PEM Motion“ sollen etwa bei der Planung der Fertigungslinien, bei der Anlagenauslegung und -beschaffung, bei der Raum- und Gebäudeplanung sowie bei der Gestaltung eines digitalen Produktionszwillings unterstützen.

Wirtschaft trifft Wissenschaft: Das Daimler-Truck-Team um „InnoLab Battery“-Leiter Dr. Michael Salmen (5. v. l.) und das PEM-Team um den geschäftsführenden Oberingenieur Dr. Heiner Heimes (5. v. r.) besiegeln in der Aachener „Cellfab“ ihre Partnerschaft zum Aufbau des Innovationslabors in Mannheim. Foto: PEM RWTH Aachen


Mehrere „InnoLabs“ sind Bestandteil der Zukunftsbilder von Daimler Truck, die 2021 für die deutschen Komponentenwerke des Unternehmens vereinbart wurden und die die Eckpunkte für den Aufbau eines Produktions- und Technologieverbundes für elektrische Antriebskomponenten und Batteriesysteme festsetzen. Am Standort Kassel und Gaggenau wird ein zweites „InnoLab“ errichtet, das sich dem elektrischen Antriebsstrang mit den Hauptkomponenten Elektromotor, Inverter, Getriebe und Achssystem widmet.

Über „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen

Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen wurde 2014 von „StreetScooter“-Miterfinder Professor Achim Kampker gegründet. In sieben Forschungsgruppen widmet sich das Team sämtlichen Aspekten der Entwicklung, der Herstellung und dem Recycling von Batteriesystemen und ihrer Komponenten sowie der Brennstoffzelle und der Produktion des elektrischen Antriebsstranges sowie ganzen Fahrzeugkonzepten. Am Hauptsitz im deutsch-niederländischen Gewerbepark Avantis und an weiteren Standorten – etwa im Elektromobilitätslabor „eLab“ auf dem RWTH Aachen Campus und in der Elektro-Lkw-Forschungshalle im Aachener Ostviertel – sind insgesamt rund 75 Forschende, 30 Beschäftigte in Technik und Verwaltung sowie mehr als 110 studentische Hilfskräfte beschäftigt. Der Fokus des PEM-Teams liegt dabei stets auf Nachhaltigkeit und Kostenreduktion – mit dem Ziel einer lückenlosen „Innovation Chain“ von der Grundlagenforschung bis hin zur Großserienherstellung im näheren Umfeld.

Über Daimler Truck

Die Daimler Truck Holding AG ist der weltweit größte Nutzfahrzeug-Hersteller mit mehr als 35 HauptStandorten und insgesamt etwa 100.000 Beschäftigten. Zu den Geschäftsfeldern „Daimler Trucks“ und „Daimler Buses“ zählen die sieben Fahrzeugmarken „BharatBenz“, „Freightliner“, „FUSO“, „MercedesBenz“, „Setra“, „Thomas Built Buses“ und „Western Star“. Im Bereich mittelschwerer und schwerer Lkw von mehr als sechs Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist „Daimler Truck“ Weltmarktführer

Über PEM Motion

Die PEM Motion GmbH wurde 2014 aus dem Lehrstuhl für „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen gegründet. Das Unternehmen um Geschäftsführer Dr. Christoph Deutskens versteht sich als Beratungs- und Ingenieursdienstleister im Innovationsbereich, vornehmlich in der Elektromobilität. Das Engagement reicht von der Produktentwicklung und Produktionsauslegung alternativer Antriebskomponenten wie Batteriezellen und Elektromotoren bis hin zu Infrastruktur- und Industrialisierungsprojekten. Zum Kundenkreis zählen Automobilhersteller, Mobilitätsanbieter, Zulieferer und Start-up-Betriebe. PEM Motion mit Hauptsitz in Aachen ist mit mehr als 70 Mitarbeitern in Europa und Nordamerika an insgesamt fünf Standorten vertreten.